Wie viel Stunden Schlaf braucht ein Mensch? (Schlafdauer)

Um tagsüber sein volles Potenzial abzurufen braucht jeder Mensch ausreichend erholsamen Schlaf. Wie viele Stunden Schlaf für eine optimale Erholung mindestens notwendig sind, variiert von Person zu Person. Maßgeblich hierfür ist vor allem das Alter.

Wie viel Schlaf brauchen Neugeborene und Kleinkinder?

Während der ersten drei Monate brauchen Babys zwischen 16 und 18 Stunden Schlaf am Tag. Weil Neugeborene noch nicht auf den Tag-Nacht-Wechsel eingestellt sind, besteht ihr Schlafrhythmus aus 5-6 Schlafphasen. Pro Schlafphase schlafen sie ungefähr 4 Stunden. Daher werden Neugeborene in den ersten Wochen regelmäßig nachts wach.

Nach drei Monaten tritt eine zunehmende Gewöhnung an einen langen Nachtschlaf ein. Gleichzeitig nehmen Dauer und Anzahl der Tagesschlafphasen ab. Ab einem Alter zwischen 6 und 9 Monaten schläft das Baby nachts bereits zwischen 6 bis 8 Stunden durch. Die meisten Einjährigen haben nur noch 3 Schlafphasen und brauchen ca. 14 Stunden Schlaf am Tag.

Mit 18 Monaten brauchen 96 % aller Kinder neben ihrer Nachtruhe noch einen einzigen Tagesschlaf.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal im Schlafverhalten zwischen Neugeborenen und Kindern auf der einen und Erwachsenen auf der anderen Seite ist der Anteil des REM-Schlafes. Neugeborene verbringen im Schnitt 9 Stunden ihres täglichen Schlafes in der REM-Phase. Mit zunehmendem Alter nimmt dieser Anteil jedoch ab.

2 Jahre alte Kleinkinder brauchen pro Tag zwischen 12 bis 14 Stunden Schlaf. Die notwendige Menge an Tagesschlaf nimmt mit den Jahren zunehmend ab. Ein 4 bis 5 Jahre altes Kind braucht meist keinen Mittagsschlaf mehr.

Gleichzeitig nimmt die notwendige Menge an Nachtschlaf ab. Zwischen 3 bis 5 Jahren beläuft sich diese auf 10 bis 13 Stunden.

Wie viel Schlaf braucht ein Kind?

Im Alter zwischen 6 und 13 Jahren braucht ein Kind im Durchschnitt noch zwischen 9 und 11 Stunden Schlaf am Tag. In diesem Alter verspüren viele Kinder den Wunsch, abends länger wach zu bleiben und das Schlafen hinauszuzögern.

Im Schulalter ist ein erholsamer Schlaf jedoch von großer Bedeutung. Tagsüber müssen die Kinder erholt sein, um in der Schule konzentriert dem Unterricht folgen zu können. Gleichzeitig kann das Gehirn tagsüber Gelerntes während des Schlafes besser verarbeiten. Ohne eine ausreichend lange Schlafdauer sind deutliche Leistungseinbußen erkennbar.

Bis zum achten Lebensjahr sinkt der Anteil des nächtlichen REM-Schlafes bei Kindern. Ein 8-Jähriges hat noch rund 3 Stunden REM-Schlaf in der Nacht. Bis zum Erwachsenenalter sinkt dieser Anteil noch langsam, größere Veränderungen bleiben jedoch aus.

Wie viel Schlaf brauchen Jugendliche?

Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren müssen in der Regel zwischen 8 und 10 Stunden schlafen. Während dieser Zeit bilden sich zwischen Gleichaltrigen jedoch auch größere Unterschiede hinsichtlich der benötigten Schlafmenge heraus. Eine kleine Zahl an Teenagern ist sogar mit weniger als 7 Stunden Nachtruhe am Tag voll leistungsfähig.

Während einer Studie fand man heraus, dass Jugendliche, die stärker unter Angst und depressiven Stimmungen leiden, tagsüber eine bessere Stimmung haben, wenn sie nachts länger schlafen. Daher vermuten Experten, dass diese Teenager eine längere Nachtruhe brauchen, um ihre volle Leistungsfähigkeit abzurufen.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele Teenager bewusst weniger Schlafen, um mehr Zeit für Freizeitaktivitäten zu haben. Die empfohlene Schlafdauer wird selten eingehalten und das Durchmachen von Nächten häuft sich.

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Je nach Alter vom Nachwuchs gibt es verschiedene Schlafphasen, die wichtig für die Entwicklung und Leistungsfähigkeit sind.

Wie viel Schlaf braucht ein Erwachsener?

Ein durchschnittlicher Erwachsener braucht 7 Stunden Schlaf, um sich vollständig zu erholen. Wird diese tägliche Schlafdauer eingehalten, hat dies positive Auswirkungen auf die körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit. Bei deutlich weniger als 7 und mehr als 8 Stunden Schlaf täglich, lässt sich hingegen eine Verschlechterung der Fähigkeiten beobachten.

Bei diesen 7 Stunden handelt es sich jedoch gleichfalls nur um einen Mittelwert. Es gibt Erwachsene Menschen, die mit weniger Schlaf zurechtkommen und solche, die auch nach 7 Stunden noch nicht vollständig erholt sind. Ausschlaggebend hierfür ist zu einem großen Teil die Genetik. Wer sich tagsüber fit und erholt fühlt, hat nachts ausreichend geschlafen, auch wenn die Schlafdauer nicht bei 7 Stunden lag.

Besondere Belastungen wie beispielsweise Stress können zur Folge haben, dass man eine längere Schlafdauer braucht, um sich vollständig zu erholen. Wer über längere Zeit hinweg unter Stress steht, sollte daher für ausreichend lange Ruhephasen sorgen.

Wer nicht ausreichend schläft, enthält seinem Körper die dringend benötigte Erholung vor. Das kann auf lange Sicht hin, schwerwiegende gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen. Mangelnder Schlaf begünstigt Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht. Auch ein erhöhtes Diabetes-Risiko wird im Zusammenhang mit langfristigem Schlafmangel vermutet. Wer seinen Schlafbedarf ausreichend abdeckt, bleibt statistisch gesehen länger gesund.

Erwachsene befinden sich noch zwischen 20 % bis 25 % ihres Schlafes in der REM-Phase. Das sind pro Nacht rund 2 Stunden. Mit wachsendem Alter sinkt nun statt der REM-Phase der Anteil der Tiefschlafphase.

Wie viel Schlaf brauchen über 65-Jährige

Mit zunehmendem Alter nimmt die Menge an benötigtem Schlaf ab. Ein 65-Jähriger braucht im Schnitt 5 bis 6 Stunden, um sich vollständig zu erholen. Wie viel Nachtruhe ein Senior am Tag braucht, unterliegt jedoch Schwankungen, weshalb manche Menschen auch im Alter noch 7 Stunden und mehr benötigen.

Ferner befinden sich ältere Menschen für kürzere Zeit im Tiefschlaf. Das hat zur Folge, dass sie eine niedrigere Weckschwelle haben und leichter durch Störgeräusche aus ihrem Schlaf gerissen werden können. Durch die geringere Zahl an Tiefschlafphasen nimmt auch die Qualität des Schlafes ab. Daher fühlen sich viele Senioren morgens weniger ausgeruht und werden im Laufe des Tages schneller müde.

Diese Müdigkeit ist Teil des normalen biologische Prozesses und deutet nicht zwangsläufig auf eine Schlafstörung hin. Bevor man zu Medikamenten und Schlafmitteln greift, sollte mittels einer Untersuchung festgestellt werden, ob man solche Mittels wirklich braucht. Die Frage: Brauche ich Medikamente, sollte in jedem Fall von einem Arzt beantwortet werden.

Jeder Mensch muss schlafen – Tipps gegen Schlaflosigkeit

In diesem Video wird auf häufige Ursachen für Schlaflosigkeit eingegangen: Überarbeitung, Schichtdienst oder übermäßiger Alkoholkonsum. Im Video erfahren Sie, weshalb Schlafmittel ein gängige, jedoch ungeeignete Lösung sind. Sind Medikamente trotzdem notwendig, können diese lediglich die Symptome, nicht jedoch die Ursachen bekämpfen.

Es wird erklärt, weshalb der Mensch feste Rituale vor dem Schlafengehen braucht und weshalb Regelmäßigkeit unerlässlich für einen gesunden Schlafrhythmus ist.

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