Ist der Schlaf vor Mitternacht wirklich erholsamer & gesünder?

Häufig hört man, dass Schlafen vor Mitternacht gesünder und erholsamer sein soll, ja sogar doppelt zähle. Heute findet sich diese Ansicht auf vielen Listen der häufigsten Schlafmythen.

Auch die meisten Schlafforscher widersprechen. Vielmehr käme es demnach auf die ersten vier Stunden an, in denen wir schlafen. In dieser Zeit erlebt der Schlafende die meisten Tiefschlafphasen.

Ein erholsamer Schlaf zeichnet sich nicht durch den Zeitpunkt des Einschlafens, sondern die Qualität des Schlafes selbst aus.

Wolf um Mitternacht

Woher kommt die Ansicht, dass Schlafen vor Mitternacht gesünder ist?

Um zu klären, warum der Mythos sich so hartnäckig hält, bedenke man die Tiefschlafphase in den ersten vier Stunden. Der Schlaf besteht aus Einschlaf-, Leichtschlaf-, Tiefschlaf- und REM-Phasen.

Die Tiefschlafphase ist dabei gesünder als die anderen und hilft Körper und Geist sich zu regenerieren. Laut des Leiters des interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums der Charité liegt die beste Einschlafzeit um 22 und 24 Uhr. So wird das Schlafen vor Mitternacht vermutlich als erholsamer wahrgenommen.

Was wirklich zählt, wenn man besser schlafen möchte

Um wirklich erholsamer und besser zu schlafen, ist es wichtig, ausreichend und ungestört Schlaf zu bekommen. Mindestens 6 Stunden werden empfohlen, wobei der Bedarf je nach Alter und Person variieren kann. Einer Studie zufolge schlafen die Deutschen zwischen 7 und 8 Stunden pro Nacht.

Wirklich relevant ist es außerdem, regelmäßig zur selben Zeit ins Bett zu gehen. Um gesund zu bleiben, ist es wichtig, nicht mehr als dreimal pro Woche viel später zu Bett zu gehen oder weniger zu schlafen.

Einschlafprobleme vermeiden

Auch wenn der Schlaf vor Mitternacht nicht zwingend gesünder ist, so gehen viele Menschen dennoch gerne früher ins Bett, weil sie am nächsten Morgen zeitig aufstehen müssen.

Um Einschlafprobleme zu vermeiden, empfehlen Experten zwei Stunden vor dem Zubettgehen auf sportliche Betätigung, fettiges Essen, koffeinhaltige Getränke und das Nutzen von Displays zu verzichten. Auch der Genuss von Alkohol ist zu vermeiden, da dieser zwar das Einschlafen fördert, jedoch die Tiefschlafphase beeinträchtigt.

Es gibt viele Mythen rund um den Schlaf

Nicht nur der Irrglaube, dass Schlaf zu einer bestimmten Zeit besser und gesünder sei oder doppelt zähle, hat sich in großen Teilen der Bevölkerung manifestiert. Auch die Ansichten, dass ältere Menschen weniger schlafen oder ein erholsamer Schlaf nur beim Durchschlafen gewährleistet sei, wurden inzwischen widerlegt.

Was wirklich stimmt, ist dass der menschliche Schlaf auch heute noch ein Mysterium ist und Forschungen immer wieder neue Erkenntnisse zutage fördern, die uns manchmal überraschen.

Schlaf vor Mitternacht – Dr. med. Twerenbold räumt auf

Auch die Züricher Oberärztin Dr. med. Claudia Twerenbold hat sich mit dem Mythos des Schlafes vor Mitternacht beschäftigt. Sie erklärt, dass es sich in den ersten Stunden nach dem Einschlafen um Tiefschlaf handelt, der dem Körper hilft herunterzufahren, was die Regeneration der Zellen und Organe ermöglicht. Blutdruck, Atemfrequenz und Puls sinken.

In der darauffolgenden REM-Phase (Rapid Eye Movement) weist der schlafende Körper mehr Ähnlichkeit mit dem Wachzustand auf. Das Gehirn ist aktiv und die Augen bewegen sich flackernd.

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