Draußen schlafen unter freiem Himmel | Im Freien ohne Zelt

Die schlechte Nachricht vorweg: Draußen schlafen ohne Zelt unter freiem Himmel ist nicht überall erlaubt. Die gute: Es ist nicht überall verboten. Wildcampen ist eine einzigartige Erfahrung. Wer es einmal probiert hat, möchte es nicht mehr missen.

Wenn Sie das Abenteuer suchen und draußen im Freien erholt schlafen möchten, ohne Zelt und viel Komfort, geben wir Ihnen ein paar nützliche Tipps.

Draußen schlafen unter freiem Himmel: Träumen Sie gut!

Schlafen ohne Zelt im Freien: Der Fachbegriff heißt Biwakieren. Das Wort stammt vom französischen Begriff bivouac und meint ursprünglich ein Feldlager für Soldaten. In jedem Fall ist ein Biwak eine behelfsmäßige Schlafstätte draußen in der freien Natur, ohne Komfort.

Heute liegt Biwakieren im Trend. Natur-Junkies und Abenteuer-Fans wollen die Natur hautnah erleben und selbst bei Minusgraden unter freiem Himmel schlafen. In den Rucksack kommt das Nötigste, das Zelt bleibt zu Hause.

Beim Biwakieren erleben sie den Sonnenuntergang unmittelbar, Sie schlafen ohne Zelt unter dem freien Sternenzelt ein, draußen, atmen gesunde Luft und hören die Tiere der Nacht. Am Morgen werden Sie von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Biwakieren ist Abenteuer pur – das gut vorbereitet sein sollte.

Das eigene Hotel im Freien: Ist Wildcampen erlaubt?

Bevor Sie Ihr Nachtlager unter freiem Himmel aufschlagen, sollten Sie sich mit der Gesetzeslage vertraut machen. Biwakieren als Sonderform des Wildcampens ohne Zelt im Freien ist nicht überall erlaubt. Grundsätzlich tabu sind Naturschutzgebiete und Privatgelände.

Es gibt in Deutschland keine einheitlichen Regelungen. Diese variieren von Bundesland zu Bundesland. Um unerfreuliche Überraschungen und Geldstrafen zu vermeiden, sollten Sie im Vorfeld Erkundungen einholen. Im Zweifel fragen Sie den Grundstücksbesitzer um Erlaubnis.

Gleiches gilt für unsere Nachbarländer Österreich und die Schweiz – mit Ausnahme der hochalpinen Gebiete. Hier dürfen Sie im Freien jederzeit ein Not-Biwak ohne Zelt aufschlagen. In einigen Regionen von Deutschland gibt es frei zugängliche Trekkingplätze, zum Beispiel im Steigerwald und im Schwarzwald.

Im Freien schlafen: Welcher Platz ist geeignet?

Ob Wald oder Wiese: Die richtige Platzwahl entscheidet darüber, ob Ihre Nacht unter freiem Himmel entspannt verläuft. Steinschlag, Wildwechsel, spitze Steine, mögliche Absturzstellen – hier lieber nicht. Auch besonders feuchte Gegenden in der Nähe von Flüssen oder Mooren zum Beispiel sind ungeeignet.

Die Feuchtigkeit kriecht in Ihren Schlafsack, außerdem freuen sich alle Stechmücken in der Nähe über Ihren Besuch. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Nachtlager windgeschützt liegt und bleiben Sie in der Nähe von Wegen. Sie sollten im Notfall, auch wenn es dunkel ist, den Weg zurück in die Zivilisation finden können.

Übernachten ohne Frostbeulen: Fragen Sie den Wetterfrosch!

Sie schlafen draußen, ohne Zelt und schützende Wände oder gar eine Heizung. Es liegt auf der Hand: Im Sommer macht Biwakieren deutlich mehr Spaß. Aber auch im Winter, sogar bei Minusgraden, können Sie eine Nacht unter freiem Himmel verbringen.

Voraussetzung ist eine dafür passende, winterfeste Ausrüstung. In jedem Fall sollten Sie vor dem Aufbruch in die Natur den Wetterbericht prüfen. Gerade in den Bergen kann das Wetter schnell umschlagen und Ihnen das Abenteuer verderben.

Schlafsack Campen Natur Wald Frau Rucksack

Wer vor hat im Freien zu übernachten, sollte auf jeden Fall einen Schlafsack im Gepäck haben.

Im Freien schlafen: Was gehört in Ihren Rucksack?

Wer eine Nacht unter freiem Himmel im Wald oder auf der Wiese plant, sollte eine dafür geeignete Ausrüstung einpacken. Auch im Sommer können die Temperaturen in der Nacht empfindlich frisch werden – mit einem normalen Schlafsack ist der Spaß schnell vorbei.

Achten Sie auf das passende Material. Grundsätzlich ist ein Schlafsack aus Daune empfehlenswert, allerdings ist dieser nicht geeignet bei Feuchtigkeit. Wenn Sie Ihr Biwak in der Nähe von Flüssen und Seen aufbauen wollen, sollten Sie lieber einen Schlafsack aus Kunstfaser wählen.

Das gehört in Ihre Packliste

  • Biwaksack
  • Spezial-Schlafsack
  • Isomatte
  • Taschen- oder Stirnlampe
  • funktionelle, wärmende Kleidung
  • Erste-Hilfe-Set
  • Wasser und Snacks
  • Mückenspray
  • Mülltüte
  • Taschenmesser

So errichten Sie Ihr Biwak unter freiem Himmel

Draußen schlafen und kein Zelt dabei? Im Internet gibt es eine Fülle an Informationen, wie Sie draußen mit wenigen Handgriffen ihr perfektes Biwak aufbauen. So gibt der Schwarzwälder Outdoor-Experte Benjamin Claussner in seinem Youtube-Kanal unter dem Pseudonym “Wanderfalke” in verschiedenen Videos Tipps zum Überleben in der Natur.

Für Biwak-Newcomer empfiehlt sich der Film “Wie biwakiert man in der Natur? Was ist ein Biwak?”, zu finden unten im Video. In etwas weniger als zehn Minuten erfahren Sie, was Sie für ein improvisiertes Zelt benötigen und worauf Sie beim Aufbau achten sollten.

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Lagerfeuer unter freiem Himmel: Bitte seien Sie vorsichtig

Sicher stellen Sie sich Ihr Nachtlager draußen in der Natur so vor: Sie sitzen vor Ihrem Biwak, die Sterne funkeln, Sie lauschen den Tieren der Nacht und genießen das Knistern des wärmenden Lagerfeuers. Aber: Offenes Feuer ist nicht überall erlaubt.

Erkundigen Sie sich bitte im Vorfeld, wann und wo Sie Feuer machen dürfen. Außerdem sollten Sie immer Vorsicht walten lassen, insbesondere bei Trockenheit im Wald. Gleiches gilt, wenn Sie im Freien Kerzen oder einen Campingkocher benutzen.

Tierische Begegnungen: Wenn Sie draußen Besuch bekommen

Wölfe, Wildschweine, Füchse und andere wilde Tiere – die Wahrscheinlichkeit, dass Wildtiere dieser Art bei Ihnen vorbeischauen, ist eher gering. Die Tiere sind in der Regel scheu und halten Abstand. Wahrscheinlich ist, dass Sie es unter freiem Himmel mit Insekten und Mücken zu tun bekommen.

Achten Sie darauf, ihr Nachtlager nicht inmitten einer Ameisenkolonie aufzuschlagen. Und verhalten Sie sich ruhig, um die Tiere in ihrem Revier nicht zu stören.

Ohne Spuren zu hinterlassen: Der Morgen danach

Guten Morgen! Sie haben Ihre erste Nacht ohne Zelt, draußen unter freiem Himmel, erfolgreich überstanden. Sie haben gut geschlafen, der Himmel freut sich mit Ihnen auf einen neuen Tag im Freien. Sie genießen ein Frühstück in der Natur und gehen in Gedanken schon die nächste Wander-Etappe durch.

Bei all der Begeisterung: Bitte vergessen Sie nicht, alle Spuren zu beseitigen. Damit alles so aussieht, als wären Sie nie hier gewesen.

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